Pferd, Geleitslöffel, Wagenrad, Dreispitz – die Zeichen trügen nicht. Der neue Heimatbund-Orden weist mit all seinen Elementen auf den im Juni startenden Kaufmannszug und auf das diesjährige Geleitsfest hin, das mit dem Festwochenende, Geleitszug und „Hänseln“ im August auf dem Marktplatz seinen Höhepunkt findet. Ein Narr mit barocker Perücke und kombinierter Dreispitz-Narrenkappe auf dem Kopf, plus besiegeltem Geleitsbrief in der Hand, sitzt auf einem beweglich-lebendigen Vehikel, halb Geleitslöffel, halb Pferd. Mit der Löffelkette – normalerweise mit dem Löffel fest verbunden, da aus einem Stück geschnitzt – scheint der närrische „Kauffuhrmann“ das Gefährt zu führen. Auf dem sichtbaren Wagenrad ist das Seligenstädter Wappen zu sehen. Auf dem Löffel steht „Heimatbund Seligenstadt“ und die Jahreszahl 2019 zu lesen, im Löffelgriff ist „Geleitsreiter Helau“ aufgeführt.

Orden 2018 freigestellt

Seit eh und jeh wird das Heimatfest „Seligenstädter Geleit“ gefeiert. Grundlage ist der sogenannte Hänselbrauch, der sich im Laufe der Zeit unter den auf dem Weg zur Frankfurter Messe befindlichen Kaufleuten entwickelte, die in Seligenstadt letzte Station hielten. Neuankömmlinge mussten den einen Liter fassenden Löffel, der ihnen mittels einer Kette um den Hals gelegt wurde, in einem Zug leertrinken. Wer diese Tortur nicht schaffte, hatte die Kaufmannschaft freizuhalten. Erst danach wurde er in die Gemeinschaft der Kaufleute aufgenommen. Dieser Brauch wird bis heute gepflegt und ist der Höhepunkt des alle vier Jahre stattfindenden Geleitsfestes. So auch dieses Jahr, wenn am Sonntagnachmittag des 11. August nach dem historischen Geleitszug drei, noch bekanntzugebende Kandidaten öffentlich auf dem Seligenstädter Marktplatz den Löffel trinken.

Nicht nur den Hänselbrauch kündigt der Bajazz als Geleitsreiter und Vorbote für das Kommende an. Auch auf den am 1. Juni in Augsburg startenden Kaufmannszug weist der Narr hin. Seit 2003, fast 200 Jahre nach dem letzten von Truppen geleiteten Zug, treten im Festturnus mehrere hundert Seligenstädter Bürger in zeittypischen Gewändern des 18. Jahrhunderts mit historischen Fuhrwerken, zusammen mit Reitern, immer wieder zu solch einem, ungefähr 340 Kilometer langen Kaufmannszug an, pflegen so wertvolles Brauchtum und lassen die wechselvolle, reiche Geschichte Seligenstadts lebendig werden.

Schließlich wäre hinzuzufügen, dass alljährlich das Prinzenpaar im großen Löffelwagen mit dem ebenfalls darauf befindlichen Till fester Bestandteil des Rosenmontagszuges ist. Ob der Narr auf dem Orden etwa als Till das neue Prinzenpaar aus dem Kreis der Kaufmannszügler propagiert, vermag man noch nicht zu sagen. Oder stammen die Tollitäten aus den Reihen der Wagenbauer? Wer das Seligenstädter Prinzenpaar 2019 auch sein wird – dieses, im 

Moment bestgehütete Geheimnis Seligenstadts wird nicht vor der ersten Galasitzung des Heimatbunds preisgegeben. Entworfen hat den 11 Zentimeter breiten Orden wieder einmal mehr – und nun zum zehnten Mal – der 

2019 Plakette neu

Seligenstädter Künstler Joachim Rühl, höchst brillant umgesetzt nach einer Motividee-Vorgabe von Richard Biegel, Vorsitzender des Heimatbundes Seligenstadt. 

Seit dem Jahr 2010 gibt es im Übrigen eine Ordenskollektion. Analog zum Orden wird erneut ein Pin angeboten werden. Auf 45 x 30 mm genauso farbenprächtig und schmückend, ist der nicht nur für Sammler interessant, sondern dient zudem als Zugplakette für den Rosenmontagszug. Der Pin wird für 5 Euro in der Tourist-Info, sowie im Heimatbundfundus erhältlich sein und gilt auch als Zugplakette für den Rosenmontagszug.

Ebenfalls auf Basis des Ordensmotivs gestaltet, wird auch die Rosenmontagszugplakette im Vorverkauf an selben Orten bis Fastnachtssamstag für 4 Euro verkauft. Am Rosenmontag ist die Zugplakette dann für einen Obolus von 5 Euro zu erwerben.

 

Mit folgenden Zeilen zur Erklärung und dem Ordensmotiv auf dem Flaschenetikett,
bringt die Glaabsbräu zu Beginn der Fastnachtszeit wieder ein „Fastnachtsbier“ heraus:

Anno 2019 – „Seligenstädter Geleit“.
Doch zuvor – feiern wir die Fastnachtszeit.
Der Narr steigt auf den Löffel drauf,
der Kaufmannszug nimmt seinen Lauf.

Die Glaabsbräu ist 275 Jahre jung,
frisches Bier und froher Schwung,
heimatverbunden mit Tradition.
„Helau“ und Prost – wo gibts das schon!

Kampagne 2019

 
 
 
 
 
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